BAK

Bergbau- und

Kriwoi Rog
BAK-Logo

Aufbereitungs-

Kombinat

 
Chronik des BAK
Was ist das BAK?
Eisenerz-Aufbereitung
Die Baustelle BAK Kriwoi Rog
Das Buch über das BAK Kriwoi Rog
BAK-Wörterbuch
BAK und Dolinskaja heute
 

Chronik des BAK Kriwoi Rog – Teil 3



Stand: 28. 11. 2011

 

Teil 1 — Vorgeschichte bis 1985


Teil 2 — Realisierung 1985-1992


Deutscher Baustopp und weitere Entwicklung

  • 13. 06. 1992  1200 Beschäftigte des BAK Kriwoi Rog wenden sich mit einem Appell an den Präsidenten der Ukraine Leonid Krawtschuk, in dem sie ihn auffordern, die Frage der Fortführung des Kombinatsbaus zu klären.

  • Mai-November 1992  Im Rahmen des Desintegrationsprozesses der CSFR werden die tschechoslowakische Baustelle am BAK und sämtliche Ansprüche, die die CSFR durch ihre Baubeteiligung gegenüber der Ukraine erworben hat, an die Slowakei übertragen; neuer Träger dieses Baustellenteils wird das Metallurgische Kombinat Kosice. Die letzten tschechischen Baustellenbeschäftigten verlassen Dolinskaja im November.

  • 06. 07. 1992  Der Erste Vize-Premierminister der Ukraine K. Masyk wendet sich mit einem Schreiben an die Regierung der BRD mit der Bitte um die stabile Weiterführung der Arbeiten auf der deutschen Baustelle des BAK Kriwoi Rog und um Einberufung einer internationalen Regierungsberatung zur Klärung der Fragen des BAK.

  • 28./29. 09. 1992  Nach der Übernahme der Bewachung des Bauarbeiterdorfes und der ZBE durch den "Ukrainisch-Deutschen Fonds" Abreise der letzten Mitarbeiter der deutschen Baustelle aus "Majak" nach Deutschland. Damit ist die deutsche Baustelle endgültig geschlossen. – Das Bauarbeiterdorf "Majak" und die deutsche ZBE bleiben in vorübergehender Verwaltung durch den "Fonds" bis zu dessen Auflösung 1994.

  • November 1992  Übergabe der Zentralen Mechanischen Werkstätten durch ARCOM an die BAK-Direktion.

  • Nov./Dez. 1992  Zwischen den am BAK beteiligt gewesenen deutschen Firmen und der BAK-Direktion finden im BAD "Majak" Abstimmungen zur Bestandsaufnahme der realisierten Leistungen statt.

  • April 1993  Der stellvertretende Industrieminister der Ukraine Grigori Osaulenko und der Generaldirektor des BAK Kriwoi Rog Viktor Welitschko treffen in Berlin mit der Geschäftsführung der UWETEC GmbH zusammen, um die Möglichkeit des Weiterbaus der deutschen BAK-Objekte zu besprechen. Osaulenko äußert, dass die ukrainische Regierung dem Weiterbau des BAK keine Priorität einräumt.

  • Juli 1993  Der Premierminister Kutschma und der Minister für Industriepolitik Golubtschenko besichtigen die Baustelle des Kombinats. Dabei äußert Premier Kutschma, dass es schwer wäre, einen Beschluss zu fassen, das Kombinat nicht weiterzubauen.

  • September 1993  In einem Erlass des Ministerkabinetts der Ukraine, unterzeichnet von Premier Kutschma, wird festgelegt, dass der erste Inbetriebnahmekomplex des BAK 1995 in Betrieb genommen werden soll, Bauabschluss soll 1999 sein.

  • 1994  ARCOM übergibt der BAK-Direktion das neue Kombinats-Verwaltungsgebäude. Die slowakische Bauorganisation stellt die Bauarbeiten ein.

  • 10. 03. 1994  Unterzeichnung eines Ressortabkommens zwischen dem BMWi und dem Industrieministerium der Ukraine über die Übertragung des deutschen Eigentums am BAK Kriwoi Rog an die Ukraine

  • 2. Halbjahr 1994  Lieferung der noch in den deutschen Herstellerwerken lagernden Ausrüstungen nach Dolinskaja.

  • Juli 1995  Von ARCOM wird die erste Erprobung der Brennmaschine Nr. 2 der Pelletierungsfabrik durchgeführt.

  • September 1995  Gewerkschaftskonferenz der Belegschaft der BAK-Direktion, an der der stellvertretende Industrieminister G. Osaulenko teilnimmt. Gehofft wird auf eine Inbetriebnahme der ersten Linie im Jahr 1997.

  • 21. 07. 1996  Tag des Metallurgen. An diesem Feiertag haben die Beschäftigten des Kombinats seit April keinen Lohn erhalten, die Lohnrückstände betragen fast 200 Milliarden Karbowanez. Das Kombinat hat 100 Mrd. Karbowanez Schulden für Elektroenergie und 88 Mrd. Karbowanez für Gas. Die Finanzierung der Errichtung des Kombinats aus dem Staatshaushalt ist seit 1996 de facto eingestellt.

  • 1997  Stopp der Bauarbeiten durch ARCOM. Damit sind die Bauarbeiten auf der Baustelle des BAK und in Dolinskaja im wesentlichen eingestellt.

  • 31. 08. 2000  Nachdem im Juli 2000 H. Schwarz und M. Wetzlich als die beiden letzten Mitarbeiter der Ost-Handels-GmbH Berlin i. L. die Firmenunterlagen an die Treuhand-Nachfolgeorganisation übergeben haben, wird die Beendigung der Abwicklung der Vertragsbeziehungen der Ost-Handels-GmbH Berlin i. L. abgeschlossen.

  • Mai/Juni 2001  Die rumänischen Bauarbeiter übergeben einen Teil des Rayon-Krankenhauses Dolinskaja – das Zentrum für Mutter und Kind, Infektionskrankenhaus und Leichenschauhaus. Der weitaus größere Teil des Krankenhaus-Komplexes bleibt weiter Investruine.

  • Oktober 2002  Aufgrund der ungelösten Fragen des weiteren Schicksals des Kombinats hat sich eine Notstandssituation herausgebildet. Durch die Unterfinanzierung des Kombinats aus dem Staatshaushalt kann die Kombinatsdirektion schon seit über einem Jahr keine Löhne auszahlen; die Lohnrückstände betragen fast 5 Mio. Hrywnja. Die Kombinatsangehörigen können so die Schulden für ihren privaten Energie- und Wasserverbrauch nicht begleichen, das Kombinat verschuldet sich gegenüber den Energieversorgern, was die Gefahr der Energieabschaltung für die Einwohner heraufbeschwört.

  • 30. 01. 2003  Treffen des Präsidenten der LMN Group Lakshmi Mittal mit dem Präsidenten der Ukraine, auf dem Mittal seine Bereitschaft zu Investitionen in die ukrainische Metallurgie äußert, u. a. in das BAK Kriwoi Rog.

  • März 2004  Audit des Anlagevermögens des BAK Kriwoi Rog durch den Fonds für Staatsvermögen der Ukraine im Hinblick auf die Privatisierung des Kombinats.

  • 13. 04. 2005  Eine Delegation, der u. a. die Vorsitzende des Fonds für das Staatseigentum Valentina Semenjuk und der Minister für Industriepolitik Wladimir Schandra angehören, macht sich während eines Kurzbesuches mit der Situation am BAK vertraut.

  • 9. 08. 2005  Die Regierung Timoschenko beschließt, dass der Fonds für Staatseigentum das BAK im Dezember 2005 an einen Investor verkaufen soll.

  • Anf. Okt. 2005  Eine Delegation des nordamerikanischen Eisenerz-Pellet-Herstellers Cleveland-Cliffs Inc besichtigt das BAK.

  • 26. 10. 2005  Das Metallurgische Kombinat Kriwoi Rog ("Kryworizhstal") wird privatisiert. Auf einer im ukrainischen Fernsehen übertragenen Versteigerung erwirbt die Mittal Steel Germany GmbH 93,02 % der Aktien des Kombinats für 24,2 Milliarden Hrywnja.

  • 8. 11. 2005  Erlass des Präsidenten Viktor Juschtschenko an den Fond für Staatseigentum der Ukraine, dass das BAK Kriwoi Rog bis 1. März 2006 zu privatisieren ist.

  • Ende Nov. 2005  Eine Delegation des Stahlkonzerns ARCELOR besichtigt das BAK.

  • Anf. Dez. 2005  Von der Regierung Timoschenko geplanter, aber nicht eingehaltener Termin für die Privatisierung des BAK Kriwoi Rog über öffentliche Versteigerung.

  • 27./28. 02. 2006  Aufgrund der Sperrung der Gaszufuhr muss die BAK-Direktion in der Nacht 27./28. 02. 2006 für einige Stunden die Beheizung des Neubaugebiets in Dolinskaja unterbrechen. Den Mitarbeitern konnte seit September 2005 kein Lohn gezahlt werden. Aufgrund der Rückstände bei den Zahlungen an den Rentenfonds werden die Konten der BAK-Direktion gesperrt und beschlagnahmt. Nach Überweisung des ausstehenden Geldes durch die Regierung an das BAK kann schließlich die Energieversorgung wieder normalisiert werden.

  • 30. 01. 2006  Der Industrieminister der Ukraine Wladimir Schandra äußert sich in einem Interview über die vorgesehene Privatisierung des BAK Kriwoi Rog. Die Verkaufsabsichten haben schon vor der Veröffentlichung der Ausschreibung starkes Interesse weltweit hervorgerufen. Zu den Interessenten gehören die ukrainische "ISD" (Industrialny Soyuz Donbassa), "Arcelor" (Luxemburg), die britisch-indische "Mittal Steel", die russischen Gruppen "Finansy i Kredit", "Sewerstal" (Metallurgie), "Metalloinvest" (Metallurgie und Maschinenbau) und "Smart Group", die Aufbereitungsbetriebe "BAK Ingulez" Kriwoi Rog und BAK Poltawa (Ukraine), die metallurgischen Betriebe "Iljitsch" Mariupol und "Saporoshstal" (beide Ukraine) sowie "Sinosteel" (China) u. a. Ob der vorgesehene Abschlusstermin der Privatisierung 1. 03. 2006 gehalten werden kann, könne er nicht sagen, da dies von den nicht vorhersagbaren Entscheidungen des ukrainischen Parlaments abhänge. Zudem sei das Privatisierungsverfahren kompliziert, da Rumänien und die Slowakei Miteigentümer des Kombinats sind (28% bzw. 16%) und das Kombinat nicht fertiggestellt ist.

  • 12. 04. 2006  Die Regierung Jechanurow fasst den Beschluss, das BAK in ein Joint-Venture des ukrainischen Staates mit einem Investor umzubilden, wozu am 2. 08. 2006 ein Regierungserlass angenommen wird.

  • 19./20. 09. 2007  Die für den 20. September anberaumte Gründung des Gemeinschaftsunternehmens zum Weiterbau des BAK Kriwoi Rog wird am Vortag wegen Erkrankung der Präsidentin des Fonds des Staatseigentums Valentina Semenjuk abgesagt.

  • 02. 10. 2007  Präsident Juschtschenko stoppt per Erlass sämtliche Aktivitäten zur Fortführung der Errichtung des BAK Kriwoi Rog bis zur Bildung der neuen Regierung.

  • 31. 10. 2007  Offizieller Besuch von Präsident Juschtschenko in Rumänien. Der rumänische Präsident Traian Basescu erklärt, dass Rumänien nicht weiter am Bau des BAK Kriwoi Rog teilnehmen wolle. Die rumänische Seite verlange, dass die von ihr eingebrachten Investitionen in Höhe von 1 Milliarde Dollar finanziell zu entgelten seien, wobei sie aber nicht auf eine volle Erstattung bestehe, sondern vom Marktwert beim Verkauf des BAK an einen Investor auszugehen sei.

  • 18. 01. 2008  Die Zeitung "Kommersant Ukrainy" teilt mit, dass die Regierungschefin Timoschenko statt eines Joint-Ventures unter Staatskontrolle eine Privatisierung des BAK beabsichtigt und das BAK in die Liste der im Jahr 2008 vorrangig zu privatisierenden Betriebe aufgenommen hat. Nach Mitteilungen von Massenmedien sei diese Entscheidung nach einer Zusammenkunft J. Timoschenkos mit Lakshmi Mittal getroffen worden.

  • 23. 01. 2008  Präsident Juschtschenko verlangt den Abschluss neuer Verträge mit den am BAK beteiligten Ländern, der Slowakei und Rumänien. Erst danach, so heißt es in einem Schreiben des Staatsoberhauptes an die Premierministerin Timoschenko, könne eine Entscheidung zur Frage der Fertigstellung des BAK Kriwoi Rog getroffen werden.

  • 06. 02. 2008  Die Präsidentin des Fonds des Staatseigentums Valentina Semenjuk lässt verlauten, dass die Aufnahme des BAK Kriwoi Rog in die Liste der im Jahr 2008 vorrangig zu privatisierenden Betriebe nicht mit dem Fonds des Staatseigentums abgestimmt war.

  • 21. 02. 2008  Die Sonderkontrollkommission der Obersten Rada zu Fragen der Privatisierung richtete an den Präsidenten und an das Ministerkabinett der Ukraine Warnungen hinsichtlich der Privatisierung einer Reihe von Staatsunternehmen. Speziell zum BAK Kriwoi Rog wird gefordert, keinerlei Schritte in Richtung einer Privatisierung zu unternehmen, solange nicht Verhandlungen mit den Teilnehmerländern abgeschlossen und neue Regierungsvereinbarungen unterzeichnet sind. Zur Privatisierung des Kombinats müsse ein eigenständiger Gesetzestext verfasst werden, in dem die Besonderheiten der Privatisierung dieses Unternehmens festschreibt.

  • 08. 07. 2008  (Nachtrag 09.09.2009) Das ukrainische Internetportal "Podrobnosti" veröffentlicht eine Liste der zehn attraktivsten nicht privatisierten Unternehmen der Ukraine. Unter diesen "Top-Ten" wird das BAK Kriwoi Rog als das potenziell gewinnträchtigste Unternehmen auf Platz 1 gesetzt.

  • November 2008  Das Oberste Gericht der Ukraine erkennt in letzter Instanz den Protest der Direktion des BAK Kriwoi Rog gegen die Wiederaufnahme des Bankrottverfahrens nicht an, womit die Zahlungsfähigkeit der BAK-Direktion in Frage steht. Da das BAK Kriwoi Rog aber ein internationales Vorhaben ist, kann eine Bankrotterklärung aber solange keine direkten Auswirkungen haben, solange die Frage der Begleichung der Zahlungsverpflichtungen an die am BAK beteiligten Länder Rumänien und Slowakei nicht auf Regierungsebene geklärt wird.

  • Dezember 2008  Aufgrund der Krise im Lande wird in der Direktion des im Bau befindlichen BAK Kriwoi Rog kurzgearbeitet (3-Tage-Arbeitswoche).

  • 03. 12. 2008  Das Ministerkabinett der Ukraine nimmt die Verfügung Nr. 1517-r an, die vorsieht, das BAK Kriwoi Rog auf einen Verkauf im Jahr 2009 vorzubereiten.

  • 18. 12. 2008  Angesichts "kurzfristiger Schwierigkeiten für die metallurgische Industrie" (u. a. Rückgang des Stahlpreises auf 65 %) friert das Unternehmen "ArcelorMittal Kriwoi Rog" die Beteiligung an einigen der im Juni 2008 gemeinsam mit dem Konzern "Industrialny Sojuz Donbassa" (ISD) anvisierten Investitionsvorhaben ein, u. a. den Plan des Aufkaufs und der Fertigstellung des BAK Kriwoi Rog. ISD beabsichtigt, nach neuen Partnern für den Weiterbau des BAK Kriwoi Rog zu suchen, was allerdings angesichts der ggw. Krise auf Probleme stoßen dürfte.

  • 19. 12. 2008  Per Erlass stoppt Präsident Juschtschenko die Pläne der Privatisierung einer Reihe von Staatsunternehmen, unter ihnen das BAK Kriwoi Rog. Begründet wird dieser Schritt damit, dass mit den am Bau beteiligten Ländern Rumänien, Bulgarien, Slowakei und Deutschland die Frage der Verfügung über das Eigentum des Kombinats nicht abgestimmt sei.

  • 31. 12. 2008  Die Werchowna Rada, das Parlament der Ukraine, beschließt für den Unterhalt des BAK Kriwoi Rog im Jahr 2009 Finanzmittel in Höhe von 40 Mio. Hrywnja bereitzustellen. (Diese Summe entspricht der Höhe der ggw. Verschuldung des Kombinats gegenüber seinen Gläubigern). 31. 12. 2008  Die Werchowna Rada, das Parlament der Ukraine, beschließt für den Unterhalt des BAK Kriwoi Rog im Jahr 2009 Finanzmittel in Höhe von 40 Mio. Hrywnja bereitzustellen. (Diese Summe entspricht der Höhe der ggw. Verschuldung des Kombinats gegenüber seinen Gläubigern).

Ab hier aktuelle Ereignisse nach Erscheinen des Buches
"Das eiserne Problem des Sozialismus"
           
(Stand 28. 11. 2011)

  • 26. 05. 2009  Präsident Juschtschenko hebt mit Erlass Nr. 359-2009 seinen früheren Erlass über die Aussetzung der Privatisierung des BAK Kriwoi Rog auf.

  • 6./7. 06. 2009  In Dolinskaja und im nahe liegenden Dendropark findet das erste Liedfestival mit Sängern aus vielen Städten der Ukraine statt.

  • 15. 06. 2009  Nachdem das Staatsunternehmen BAK Kriwoi Rog auf die Klage eines Gläubigers der BAK-Direktion hin — der Kriworoshaglostroi AG — bankrott erklärt wurde, übernimmt ein Insolvenzverwalter die Kontrolle der Geschäftstätigkeit mit dem Ziel der Sanierung des Kombinats.

  • 13. 10. 2009  Lakshmi Mittal hat einer Pressemitteilung von "Delo" zufolge vor Kurzem geäußert, dass der ArcelorMittal-Konzern zu einer Teilnahme am Vorhaben BAK Kriwoi Rog bereit ist, allerdings erst nach den Präsidentschaftswahlen im Januar 2010. Dabei hoffe er darauf, dass Julia Timoschenko den Präsidentensessel besteigt und ihm Sicherheit gibt, dass der ArcelorMittal-Konzern seine geplanten Investitionen in der weiteren Zukunft nicht einbüßt.

  • 26. 10. 2009    (Nachtrag 24. 10. 2009) Während eines Treffens mit dem Stellvertretenden Vorsitzenden des Staatsrats der VR China erklärte Präsidenten Julia Timoschenko die Absicht, das BAK Kriwoi Rog unter Beteiligung chinesischer Unternehmen fertigzustellen.
    http://www.rbc.ua/rus/top/show/yu_timoshenko_namerena_dostroit_krivorozhskiy_gokor_s_uchastiem_kitayskih_kompaniy26102009

  • 28. 10. 2009  Die Staatsanwaltschaft des Oblast Dnepropetrowsk leitet ein Strafverfahren wegen ungesetzlicher Veräußerung von Teilen des einheitlichen Vermögenskomplexes „Bergbau- und Aufbereitungskombinat Kriwoi Rog“ in Wert von 59,5 Millionen Hrywnja (ca. 5,4  Mio. Euro) ein. Dieser Straftat beschuldigt wird der Ex-Insolvenzverwalter des Kombinats Alexander Baranowski, der auf einer Auktion die Mittel- und die Feinzerkleinerungsanlage an ein Unternehmen aus Kriwoi Rog veräußert hatte. Anschließend sei er abgetaucht und unter Fahndung gestellt worden. Das Ministerium für Industriepolitik bezeichnete die Veräußerung der Zerkleinerungsanlagen als unzulässig.

  • 30. 10. 2009  Als neuer Direktor der "Direktion des im Bau befindlichen Bergbau- und Aufbereitungskombinats Kriwoi Rog" wird M. I. Pjatakow ernannt und am 31. Oktober 2009 vom stellvertretenden Minister für Industriepolitik W. W. Sewernjuk dem Kollektiv des Kombinats vorgestellt.

  • 4. 11. 2009  Mit Erlass Nr. 1613-r annulliert das Ministerkabinett der Ukraine den Beschluss Nr. 451 vom 2. August 2006, der für den Weiterbau des BAK Kriwoi Rog die Schaffung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Mehrheit des ukrainischen Staats vorsah, an dem die Konzerne "SmartGroup" des ukrainisch-russischen Magnaten Nowinski und »Metalloinvest« des russischen Magnaten Usmanow beteiligt werden sollten. (http://economics.unian.net/rus/detail/31673)

  • 4. 11. 2009  Zur Verhinderung einer feindlichen Übernahme des Eigentums des BAK Kriwoi Rog schließt die Direktion des BAK Kriwoi Rog einen Vertrag über die Bewachung des Kombinats mit dem Staatlichen Wachdienst des Innenministeriums der Ukraine ab.

  • 26. 11. 2009  Die Verwaltung zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität der Innenbehörde des Oblast Kirowograd schreibt den bisherigen Insolvenzverwalter Baranowski wegen des Verdachts auf das Begehen einer Straftat zur Fahndung aus.

  • 27. 11. 2009  Der seines Amtes enthobene Insolvenzverwalter Alexander Baranowski versichert in einem Schreiben, das auf dem Web-Portal "Ukrrudprom" veröffentlicht wurde, dass sein Vorgehen den Gesetzen der Ukraine entsprochen habe. Die Veräußerung von Teilen des Kombinats erfolgte auf einer öffentlich angekündigten Auktion, an der vier voneinander unabhängige Bieter teilgenommen haben. Veräußert worden seien in Abstimmung "mit namhaften Gremien Teile des Kombinats, deren weitere Nutzung als nicht zweckmäßig eingeschätzt wurde". Die erlösten Mittel seien zur Sanierung des Kombinats, speziell zur Begleichung der laufenden Verbindlichkeiten des Kombinats gegenüber der Rentenversicherung und dem Staatshaushalt eingesetzt worden.

    Der erfolgreiche Verlauf der Sanierung habe aber dem Ministerium für Industriepolitik nicht zugesagt, weil so die Ineffektivität der langjährigen Verwaltung des Kombinats durch den Staat bloßgelegt worden sei. Daher hat das Ministerium, das "aus einem mehr als zehnjährigem Schlaf erwacht" sei, ihm seine Vollmachten als Insolvenzverwalter entzogen. Baranowski fordert die Vertreter aller staatlichen Gremien auf, schnellstmöglich dahin zurückzukehren, dass alle Problemfragen im Zusammenhang mit der Privatisierung des Kombinats ausschließlich auf der Ebene des Rechts, ohne administrative Zwangsmaßnahmen behandelt werden.
    http://www.ukrrudprom.ua/news/Aleksandr_Baranovskiy_obvinyaet_Minprom_v_prepyatstvovanii_sanatsii_KGOKORa.html?print

    Vertreter des Oblast Kirowograd äußern, Baranowski sei bereits zuvor in skandalträchtige Sanierungsfälle involviert gewesen und im Zusammenhang mit diesen sei ihm seine Lizenz als Insolvenzverwalter entzogen worden, bevor er den Sanierungsfall BAK Kriwoi Rog übernahm. Er habe im Interesse der Magnaten Nowinski und Usmanow gehandelt, die das BAK Kriwoi Rog in ihre Hände bekommen und es lediglich als Pelletfabrik für antransportiertes Erz in Betrieb nehmen wollten.
    http://news.kr.ua/2009/11/13/

  • 2. 12. 2009  Das Wirtschaftsberufungsgericht Dnepropetrowsk hat den Berufungsklagen des Ministeriums für Industriepolitik und der BAK-Direktion stattgegeben und das bisherige Sanierungsverfahren gegen das Staatliche Unternehmen Bergbau- und Aufbereitungskombinat Kriwoi Rog in seiner bisherigen Form eingestellt und als neuen Insolvenzverwalter Monakow eingesetzt.
    Wie Interfax-Ukraine weiter mitteilt, hatte die ukrainische Regierung bereits im September einen Beschluss getroffen, Finanzmittel zur Begleichung der Außenstände der BAK-Direktion bereitzustellen, die auch bereits an die Gläubiger ausgezahlt worden seien.
    http://www.ukrrudprom.ua/news/Sud_otmenil_sanatsiyu_KGOKORa.html


  • 17. 01. 2010  In der Ukraine finden Präsidentenwahlen statt — die dritten Wahlen nach der "orangenen Revolution" von 2004/2005. Nach einem konfrontativen Wahlkampf, der das Land in eine innere Stagnation brachte, setzen sich die Kandidaten Viktor Janukowitsch (Partei der Regionen) mit 35,32% und Julia Timoschenko (BJuT – "Block Julia Timoschenko") mit 25,05% an die Spitze. Der bisherige Präsident Viktor Juschtschenko (Partei „Unsere Ukraine“), der in der Hoffnung auf Stimmenzuwachs mit einem lautstarken Gerangel eine Verschiebung des ursprünglichen Wahltermins vom 25. Oktober 2009 auf Januar durchgesetzt hatte, erreicht mit 5,45% nur Platz 5.
    Da Janukowitsch keine absolute Mehrheit erringen konnte, werden für den 7. Februar Stichwahlen zwischen ihm und der Zweitplatzierten Timoschenko angesetzt.

  • 7. 02. 2010  Aus den Stichwahlen geht Viktor Janukowitsch als Sieger hervor.

  • 17. 04. 2010  Auf ihrem Treffen in Benneckenstein/Harz überreichen frühere Mitarbeiter der deutschen BAK-Baustelle einem Vertreter der Botschaft der Ukraine ein Schreiben an den Präsidenten und den Premierminister der Ukraine, in dem ein möglichst baldiges Ende der Langzeit-Agonie des BAK Kriwoi Rog gefordert wird.
    > Detailinfo

  • 15. 05. 2010  Auf einem Treffen mit der Leitung des metallurgischen Unternehmens ArcelorMittal Galati äußerte der rumänische Minister für Wirtschaft Adrian Videanu, dass die Regierung Rumäniens beabsichtigt, den Aktienanteil des rumänischen Staats am BAK Kriwoi Rog in Höhe von 28% an den ArcelorMittal-Konzern zu verkaufen. Die Details der Vereinbarung sollen in Verhandlungen erörtert werden, die in den nächsten Tagen beginnen sollen. Bedingung für diesen Verlauf sei, dass das metallurgische Unternehmen in Galati seinen Stahlausstoß verdoppelt.

  • 19. 05. 2010  Während seines Ukrainebesuchs erklärte der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Medwedjew, dass Russland anstrebe, der größte Investor für die ukrainische Wirtschaft zu werden. Das solle über eine breite Palette von Formen der Zusammenarbeit geschehen – angefangen von der Schaffung von Gemeinschaftsunternehmen bis hin zum Kauf von Aktienkontrollpaketen. Das Webportal "delo.ua" veröffentlichte eine Liste der Objekte, an denen Russland interessiert sei. Diese weist neben dem Erdgastransitunternehmen „Naftogas“, dem Metallurgischen Kombinat „Iljitsch“ Mariupol u.a. auch das BAK Kriwoi Rog aus.

  • Ende Mai 2010  Nachdem durch die neue ukrainische Regierung der Staatshaushalt ausgearbeitet wurde, wird den Beschäftigten des BAK Kriwoi Rog nach mehrmonatiger Lohnpause wieder Lohn ausgezahlt – im Mai der Lohn für Januar. Im Laufe des Jahres 2010 kommt es dann erneut zu Lohnstopp.

  • 14./15. Oktober 2010  Im Ergebnis eines Besuchs im Oblast Kirowograd veranlasst der Erste Vizepremierminister der Ukraine Andrej Kljujew die Ausarbeitung des Entwurfs eines Gesetzes zur Vorbereitung des BAK Kriwoi Rog auf die Privatisierung sowie eines Programms für die Gewinnung eines Investors, der mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme des BAK Kriwoi Rog beauftragt werden soll. Die Regierung plant, die früheren Teilnehmerländer Slowakei, Rumänien und Bulgarien davon zu überzeugen, dass sie ihre Bauobjekte des BAK an die Ukraine übergeben. Als mögliche Investoren gelten derzeit ArcelorMittal Krivoi Rog und die Smart Holding.
    http://glavred.info/archive/2010/10/18/090441-11.html, http://ubr.ua/market/industrial/vlast-gotovit-zakonoproekt-o-privatizacii-krivorojskogo-gokor-63625

  • 28.11.2011
  • 21. Mai 2011  UNGEWOLLTE RÜCKSCHAU -- Der Chronist hatte der Google-Datierung "21.05.2011" auf der folgenden Mitteilung Glauben geschenkt:
    (Aus: Delowaja Ukraina) Durch Intervention der Regierung der Ukraine wird in der zweiten Parlamentslesung die Annahme des Projektes des Gesetzes über den Abschluss der Errichtung des BAK Kriwoi Rog gestoppt. Der Erste Vizepremierminister Nikolai Asarow erklärte vor der Werchowna Rada, dass es sich hier um ein außerordentlich wichtiges Vorhaben handelt, von dem die weitere Entwicklung der Staatsverschuldung der Ukraine abhängt. Daher könne man das Problem des BAK nicht lösen "durch eine Vielzahl von Vergünstigungen, bei denen weder klar ist, an wen sie gehen noch wie hoch ihr Umfang ist". Die Regierung habe nun eine andere Konzeption des Gesetzesentwurfes vorgelegt, die eine reale Finanzierung des BAK Kriwoi Rog vorsieht. Das könne "entweder eine staatliche Konzession, eine Staatsanleihe für den Fertigbau oder eine direkte Subventionierung aus dem Staatshaushalt" sein. Asarow hob hervor, dass die Ukraine das Kombinat fertigstellen muss. "Und wir stellen es in den nächsten drei Jahren fertig." ---
    Olala! Das sieht sehr nach einer hoffnungsvollen Aussicht, ja nach einer Sensationsmeldung aus! ... Leider musste der Chronist erkennen, dass die reale Datierung der Meldung der 27. Juni 2003 ist. Seit dieser Ansage Asarows sind über achteinhalb Jahre vergangen. Ein weiterer Kommentar ist ziemlich überflüssig. Höchstens: Nikolai Asarow war in den Jahren seit 2003 u.a. amtierender Premierminister und Finanzminister, seit 11. März 2010 ist er Premierminister der Ukraine und hat zu diesem Zeitpunkt aus den Händen der Vorgängerregierung ein überschuldetes, krisenzerrüttetes Land übernommen. Die Frage stellt sich: Kann er sein altes Versprechen von 2003 in absehbarer Zeit einlösen? Was kann ein ukrainischer Premierminister im politischen und wirtschaftlichen Ränkespiel der Ukraine überhaupt?
    http://dlib.eastview.com/browse/doc/5064141

  • (neu 28.11.2011)

  • 4. August 2011  Anlässlich des 77. Jahrestags der Gründung des Metallurgischen Kombinats Kriwoi Rog – heute "ArcelorMittal Kriwoi Rog" (AMKR) – lud der Generaldirektor des Unternehmens Rinat Starkow zur Pressekonferenz in das Kombinatsrestaurant "Kijanka" in Kriwoi Rog. Als eines der wichtigsten Probleme seines Unternehmens führte Starkow an, dass die ukrainische Regierung bei zwei Uraltproblemen keine Fortschritte erkennen lasse – bei der Verarbeitung der oxidierten Erze und beim Verkauf des BAK Kriwoi Rog. "Die Absurdität der gegenwärtigen Situation besteht darin, dass wir entsprechend der uns erteilten Lizenz nur das Recht haben, die oxidierten Erze abzubauen und auf Halde einzulagern, ihre Verarbeitung uns aber untersagt ist, da sie dem Staat gehören und angeblich für das BAK Kriwoi Rog eingelagert werden", so klagte Starkow. "Der Staat lädt alle Probleme, die mit der Förderung und Lagerung seines Eigentums zusammenhängen, auf die Schultern des Unternehmens und verlangt von uns, dass wir die Fragen der Flächenbereitstellung für die Aufhaldung der oxidierten Erze lösen."
    http://ua.ukrrudprom.ua/analytics/ne_nabral_khoda.html

    (neu 28.11.2011)
  • 9. September 2011  Ein Aufnahmeteam des Fernsehkanals 1+1 macht in Dolinskaja Aufnahmen. Thema der Sendung sind die Proteste der Einwohner des Neubaugebiets von Dolinskaja gegen die überteuerten Preise für die Heizwärme-Versorgung und gegen das gerichtliche Vorgehen der Stadtadministration (Bürgermeister Selenokorinny) und des kommunalen Versorgungsbetriebes gegen diejenigen Einwohner der Neubaublocks, die sich von der zentralen Versorgung abgeschaltet haben und ihre Wohnung mit eigenen Heizgeräten beheizen. Eine Einwohnerin führte dem Fernsehreporter ihre eigenen Heizkörper vor und sprach von einer Ersparnis von 2000 Hrywnja pro Jahr wie auch davon, dass über den Spareffekt hinaus in ihrer Wohnung im Winter nun endlich normale Temperaturen herrschen und die Familie nicht mehr krank ist.

http://www.youtube.com/watch?v=I78cSAGeySE
Foto: Brusnik (http://dolinskaya.org.ua/photo/
zustrich_zhiteliv_mikrorajoniv_z_telekanalom_1_1/2-0-1113)
Diskussion der Einwohner von Dolinskaja mit Reportern des TV-Kanals 1+1

(c) Übersetzung und Zusammenstellung: Rolf Junghanns, 2009—2011

  

Zurück > Teil 1— Vorgeschichte vor 1985
Zurück > Teil 2— Realisierung 1985-1992

        

  

zur HeimatseiteZur Haupttseite nach obenZum Seitenanfang